Helfen Schüßler-Salze, Globuli, Bachblüten & Co. bei Neurodermitis? Neben den klassischen schulmedizinischen Heilverfahren gibt es zahlreiche alternative Therapiemethoden bei Neurodermitis. 46 Prozent aller Deutschen setzen zeitweilig auf alternative Heilverfahren. Bei stationären Ekzem-Patienten sind es sogar 51 Prozent. Am beliebtesten sind Akupunktur und Homöopathie.

 


Die Wirkung vieler komplementärmedizinischer Verfahren ist allerdings nicht wissenschaftlich belegt. Gute Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit alternativer Verfahren fehlen nach wie vor. Oft versprechen Scharlatane für viel Geld eine sofortige Verbesserung des Hautzustands. Bei solchen Offerten ist Vorsicht geboten.

Denn Neurodermitis ist eine ernste Erkrankung und kein Fall für eine Selbstbehandlung. Neurodermitis muss langfristig behandelt werden. Homöopathische Mittel und Mischungen können ggf. mit den wichtigen basistherapeutischen Maßnahmen kollidieren. Sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt oder einem anderen homöopathisch erfahrenen Arzt und Heilpraktiker, welche homöopathischen Mittel eventuell die Standardtherapie sinnvoll ergänzen können.

Hier möchten wir Ihnen einige beliebte alterative Therapieverfahren vorstellen und bewerten.

 
 

Neurodermitis: Hilft Homöopathie?


In der Homöopathie wird Ähnliches mit Ähnlichem geheilt. Der Grundgedanke: Ein Mittel, das unverdünnt einen Krankheitszustand auslöst, hilft in potenzierter, also verdünnter Form, eben diese Krankheit zu heilen. Die Mittel in der Homöopathie werden manchmal sehr stark verdünnt. Sie werden beispielsweise in Form von Globuli eingenommen.

Je nach Hautzustand werden folgende Globuli empfohlen:
Zinkum metallicum (D12), Silizea (D12), Thuja (Potenz D12), Graphites (D12), Dolichos pruriens (D12), Taraxacum (D12), Mezereum (D12), Natrium muriaticum (D12), Arsenicum album (D12), Psorinum (D12), Sarsaparilla (D12), Sulfur (D12).

Bewertung:
Homöopathika zeigen oft keine Vorteile gegenüber Placebos. Studien legen aber nahe, dass Neurodermitis-Patienten, die sich eine homöopathische Behandlung wünschen, diese ergänzend zu den basistherapeutischen Maßnahmen anwenden können. Sie dürfen die Basistherapie aber keinesfalls ersetzen.


 
 

Neurodermitis: Wie effektiv ist Akupunktur?

Die traditionelle chinesische Medizin arbeitet schon seit Jahrhunderten mit Akupunktur. Der Grundgedanke: Es gibt nicht nur einen Blutkreislauf im Körper, sondern auch einen Energiekreislauf. Die „Adern“ des Energiekreislaufs heißen Meridiane, auf ihnen liegen die Akupunkturpunkte. Die Chinesen unterscheiden 14 Meridiane und 700 Akupunkturpunkte. Den Meridianen sind die Kreisläufe einzelner Organe zugeordnet. Durch die Meridiane strömt die Lebenskraft (= Qi). Menschen erkranken nach dieser Theorie, weil der Kreislauf gestört ist. Mittels der dünnen Akupunkturnadeln werden die den Hautstellen zugeordneten Organe und damit der gestörte Energiekreislauf aktiviert bzw. harmonisiert.

Bewertung:
In Tests mit 20 Neurodermitispatienten wurde untersucht, inwieweit Akupunktur im Vergleich mit einem Antihistaminikum und Placebos den Juckreiz lindert. Das Ergebnis: Sowohl durch das Antihistaminikum als auch durch die Akupunktur-Behandlung konnten der Juckreiz reduziert werden. Akupunktur kann ergänzend zur Therapie und unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.

 

 
Quellen:
Pfab F, Kirchner MT, Huss‐Marp J, et al. Acupuncture compared with oral antihistamine for type I hypersensitivity itch and skin response in adults with atopic dermatitis ‐ a patient‐ and examiner‐blinded, randomized, placebo‐controlled, crossover trial. Allergy. 2012; 67: 566‐73.
Pfab F, Athanasiadis GI, Huss‐Marp J, et al. Effect of Acupuncture on Allergen‐Induced Basophil Activation in Patients with Atopic Eczema: A Pilot Trial. Journal of Alternative and 34 Complementary Medicine. 2011; 17: 309‐14.
 
 

Neurodermitis: Bachblüten bei Hautekzemen?

Die beliebten Schüßler-Salze sind homöopathisch potenzierte Mineralsalze. Sie sollen den Mineralstoffhaushalt auf sehr sanfte und natürliche Weise regulieren und zum Beispiel bei Hautproblemen, beim Abnehmen oder Schlafproblemen helfen. Unterschieden werden zwölf Schüßler-Basissalze. Sie sind auch unter dem Namen Funktionsmittel 1 bis 12 bekannt. Außerdem gibt es 15 Ergänzungsmittel. Jedes Schüßler-Salz hat eine andere Heilwirkung.
Die Grundidee der Schüßler-Salz-Therapie: Jede Krankheit ist das Resultat eines Mineralsalzmangels in den Zellen. Der jeweilige Mangel soll durch die Einnahme von Schüßler-Salzen ausgeglichen werden. Auf der Website der Deutschen Homöopathie-Union (DHU) können Sie mehr über die Wirkung und Anwendung von Schüßler-Salzen erfahren.

Folgende Schüßler-Salze werden bei der Behandlung von Neurodermitis empfohlen:

  • Nr. 1 Calcium fluoratum: Das Salz des Bindegewebes, der Gelenke und Haut


  • Nr. 3 Ferrum phosphoricum: Das Salz des Immunsystems
  • Nr. 6 Kalium sulfuricum: 
Das Salz der Entschlackung


  • Nr. 7 Magnesium phosphoricum:
 Das Salz der Muskeln und der Nerven


  • Nr. 8 Natrium chloratum: Das Salz des Flüssigkeitshaushalts


  • Nr. 11 Silicea: Das Salz der Haare, Haut und des Bindegewebes



 

Bewertung:
Zu Schüßler-Salzen liegen keine medizinischen Studien zur Wirksamkeit vor.

 
 

 
Quellen:
Therapie-Leitlinien Neurodermitis, (Abruf 28.11.2016).
Prof. Degitz, Klaus; Dr. Burkhart, Dietlinde: Neurodermitis. Die neusten Erkenntnisse, Rat und Hilfe, München 2009.
Dr. Buess-Kovàc, Heike: Neurodermitis und Schuppenflechte natürlich behandeln. Die Therapie natürlich unterstützen, Hannover 2014.
Globuli gegen Juckreiz bei Neurodermitis (Globuli.de, Abruf 01.12.2016).