Quälender Juckreiz, zerkratzte gerötete Haut, krustige Hautausschläge und nässende Ekzeme – Symptome die viele Neurodermitis-Patienten gut kennen. Neurodermitis ist eine sehr häufige Hauterkrankung: Rund vier Millionen Menschen in Deutschland sind von der chronischen Hauterkrankung betroffen.

Neurodermitis = Atopisches Ekzem

Vor allem Kinder, aber auch Erwachsene leiden unter den Leitsymptomen wie trockene Haut mit quälendem Juckreiz und immer wiederkehrenden Ekzemen gekennzeichnet ist. Je nach Lebensalter und Stadium (akut, subakut oder chronisch) treten die Hauterscheinungen an verschiedenen Stellen und in unterschiedlicher Ausprägung auf:

Übersicht typischer Ekzemstellen (= Prädilektionsstellen) nach Lebensalter:

Neurodermitis - häufig betroffene Hautareale bei SäuglingenSäuglinge

Neurodermitis - häufig betroffene Hautareale bei KindernKinder

Neurodermitis - häufig betroffene Hautareale bei ErwachsenenJugendliche / Erwachsene

 

Auf dieser Webseite haben wir alle wichtigen Informationen rund um das Thema Neurodermitis bei Babys, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen für Sie zusammengefasst. Lesen Sie hier, anhand welcher Symptome der Hautarzt eine Neurodermitis diagnostiziert und welche die typischen Auslöser für einen Neurodermitis-Schub sind. Außerdem finden Sie nützliche Tipps zur Behandlung und zur Vorbeugung von Neurodermitis.

Ratgebervideo Neurodermitis

Expertin erklärt die wichtigsten Fakten zu Erkrankung und Behandlung

 

Wenn Sie mehr zum Thema Neurodermitis bei Babys, Neurodermitis bei Kindern und der Behandlung von Neurodermitis mit Cremes, homöopathischen Mitteln und Hausmitteln erfahren wollen, folgen Sie bitte einfach den entsprechenden Links:

 

Neurodermitis ist eine physiche und psychische Belastung.

 

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hautkrankheit. Bei Neurodermitis entstehen auf der Haut entzündliche, rote, schuppende, teils nässende und oftmals quälend juckende Ekzeme. Neurodermitis tritt in Schüben auf. Zwischen den einzelnen Schüben gibt es symptomfreie Phasen.

 

Neurodermitis Bilder:

 

Zwischen drei und vier Millionen Menschen leiden in Deutschland an Neurodermitis – mit steigender Tendenz. Das atopische Ekzem zählt zu den häufigsten Hautkrankheiten. Warum eine Neurodermitis ausbricht, ist noch nicht endgültig geklärt. Relativ einig sind sich Wissenschaftler, dass es für Neurodermitis eine genetische Veranlagung gibt. Deshalb bezeichnen sie Neurodermitis auch als atopisches Ekzem, atopische Neurodermitis oder atopische Dermatitis.

Allgemeine Information
Im 19. Jahrhundert ging man davon aus, dass Neurodermitis durch eine Entzündung der Nerven (= Neuronen) verursacht wird. Das erklärt auch den irreführenden Namen Neurodermitis, von griechisch ‘Neuron“ = Nerv und „Derma“ = Haut, „-itis“ = entzündliche Krankheit.

„Atopisch“ beziehungsweise „Atopie“ bezeichnet eine ererbte Überempfindlichkeit. Normalerweise verhindern sogenannte Suppressorzellen eine Überreaktion des Immunsystems. Der bei Neurodermitikern angeborene Defekt führt dazu, dass das Immunsystem auf harmlose Reize der Haut völlig unangemessen und übertrieben reagiert.

 

Die Neigung für Neurodermitis wird vererbt. Kinder, bei denen ein Elternteil oder beide an Neurodermitis erkrankt sind, tragen statistisch gesehen ein höheres Risiko, Neurodermitis zu bekommen. 40 Prozent der Kinder, bei denen ein Elternteil an Neurodermitis leidet, bekommen selbst Neurodermitis. Sind beide Eltern von Neurodermitis betroffen, steigt das Risiko sogar auf 60 bis 80 Prozent. Zudem spielen weitere Faktoren bei der Erkrankung an Neurodermitis eine Rolle. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass beispielsweise Umwelt- und Nahrungsmittelallergene, mikrobielle Faktoren, Reaktionen auf körpereigene Proteine (Eiweiße) und die Psyche das Entstehen der Erkrankung beeinflussen.

Nicht jeder, der die genetische Disposition (= Veranlagung) in sich trägt, bekommt automatisch Neurodermitis. Die Gründe für einen Ausbruch der Erkrankung sind von Patient zu Patient verschieden. Wer um die Disposition weiß, kann allerdings mit den richtigen präventiven Pflegemaßnahmen und einer gezielten Basistherapie, den Ausbruch einer Neurodermitis verhindern oder die Symptome zumindest abschwächen. Tipps zur Prävention von Neurodermitis und Allergien hat das Aktionsbündnis Allergie in seinen Leitlinien zusammengefasst.

 

Bei Neurodermitis ist die Schutzfunktion der Haut gestört.

 

Was macht Neurodermitis mit der Haut?

Die menschliche Haut ist natürlicherweise mit Bakterien und Pilzen besiedelt. Bei Neurodermitikern ist diese Keim-Kombination anders zusammengesetzt, was die Symptome verschlimmern kann.

Die entzündete Haut kann in der Folge ihrer Schutzfunktion gegen Keime und andere Umwelteinflüsse nicht mehr gerecht werden – und wird anfälliger für Infektionen. Hinzu kommt bei Neurodermitikern ein Barrieredefekt der Haut, der allergische Sensibilisierungen begünstigt.

Ein häufiges Problem bei Neurodermitis ist die trockene Haut, die mit der Zeit rau wird, juckt und schuppt. Die Trockenheit wird bei Neurodermitikern durch einen Mangel an Hautfetten verursacht. Außerdem kann die Haut von Neurodermitispatienten Feuchtigkeit weniger gut speichern. Die trockene Haut führt zu extremem Juckreiz, Brennen und Entzündungen. Die natürliche Reaktion von Betroffenen ist: Sie kratzen sich, was die ohnehin schon gereizte und entzündete Haut zusätzlich reizt. Es kommt zu einem Juckreiz-Kratz-Teufelskreis:

Gesunde Hautbarriere
Defekte Hautbarriere bei Neurodermitis

 

Juck - Kratz - Teufelskreislauf

Zudem funktionieren Schweißbildung, Durchblutung und Temperaturregulierung nur mangelhaft. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, brauchen Neurodermitispatienten eine konsequente, individuell auf sie abgestimmte Basistherapie.

Gut geeignet sind Neurodermitis-Cremes wie Optiderm, die neben pflegenden Eigenschaften auch einen juckreizstillenden Wirkstoff, wie Polidocanol haben und so den Teufelskreis durchbrechen.

Optiderm Creme, Lotion und Fettcreme

 

Trockene Haut, Entzündung und Juckreiz sind Leitsymptome bei Neurodermitis.

 

Symptome bei Neurodermitis

Die häufigsten Symptome bei einer chronischen Neurodermitis sind der quälende Juckreiz und eine trockene, raue und zu Entzündungen neigende Haut. Typische Ekzemstellen (= Prädilektionsstellen) sind Ellenbogen, Kniekehlen, Gesicht, Hals und Nacken, bei denen die Haut juckt. Hinzu kommen oft rotbraune oder gelbliche Knötchen sowie Risse an den Ohrläppchen und hinter den Ohren.

Oft wird eine Neurodermitis von weiteren allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder allergischem Asthma begleitet. Je nach Lebensalter unterscheiden sich die Symptome und die betroffenen Hautregionen bei Babys, Kindern und Erwachsenen.

Woran erkenne ich Neurodermitis?

Neurodermitis können Sie an folgenden typischen Anzeichen erkennen:

Hauptsymptome bei Neurodermitis:
  • starker Juckreiz, juckende Haut (Pruritus)
  • sehr trockene, raue, schuppige, manchmal auch nässende Haut im Akutstadium
  • vergröbertes Hautrelief
  • Hautentzündungen (Dermatitis, Ekzeme) an Ellenbeugen, Kniekehlen, Händen, Gesicht, Hals, Nacken; bei Kindern eher nässend, bei Erwachsenen trocken
  • sprödes, trockenes Haar
  • bei Babys Milchschorf auf der Kopfhaut und im Gesicht
  • die Symptome dauern länger als 6 Monate an und kehren immer wieder; chronischer Verlauf
  • Allergieneigung (Asthma, Heuschnupfen)
Folgende Symptome treten bei Neurodermitis fakultativ, also nicht zwingend auf:

Nebensymptome bei Neurodermitis:
  • Haut reagiert auf Kratzen oder Druck blass-weiß statt rot (weißer Dermographismus)
  • blasses Gesicht, blasse Gesichtshaut, vor allem Blässe um den Mund
  • dunkle Augenringe
  • angeborene, doppelte, meist beidseitige Falte unter den Augen (Dennie-Morgan-Falte, auch Atopiefalte oder Infraorbitalfalte)
  • Augenbrauen lichten sich seitlich
  • Handflächen und Fußsohlen sind vermehrt gefurcht (Hyperlinearität)
  • trockene, teils entzündete Lippen (Cheilitis sicca), Schrunden in den Mundwinkeln
  • vergröberte Hautoberfläche, Schwielenbildung
  • bei Schwitzen starkes Hautjucken
  • Entzündungen der Brustwarzen
  • Entzündungen im Bereich der Ohren
  • vermehrte Hautentzündungen
  • häufige Bindehautentzündungen der Augen (Konjunktivitis)
  • Augenveränderungen, z. B. grauer Star (Linsentrübung) oder Hornhautvorwölbung (Keratokonus)
  • Unverträglichkeit von Wolle
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Stress verstärkt Symptome
  • erhöhte Immunglobulin-E-Werte (IgE-Wert)
     

Informationen Immunglobuline

Immunglobuline sind vielen eher unter dem Namen Antikörper bekannt. Immunglobuline wie das IgE haben die Aufgabe, unseren Organismus vor körperfremden Eindringlingen zu schützen. Die IgE-Antikörper spielen bei der Entwicklung von Neurodermitis eine große Rolle.
 

 

Neurodermitis – wann zum Arzt?

Wenn Sie bei sich oder Ihrem Kind den Verdacht auf Neurodermitis haben, sollten Sie immer einen Hautarzt (Dermatologe) aufsuchen. Er wird Ihnen helfen, die Auslösefaktoren zu ermitteln und kann Neurodermitis effektiv behandelt. Außerdem ist es wichtig, weitere atopische Grunderkrankungen wie Asthma, Nahrungsmittelallergien, Heuschnupfen oder eine Reihe anderer entzündlicher Hauterkrankungen mit Hilfe von Allergie- und weiteren Tests sicher auszuschließen (oder ggf. zu behandeln).

Zur Arztsuche
 
Der richtige Arzt bei Neurodermitis
 

 

Was löst einen Neurodermitis-Schub aus

Wissenschaftler rätseln immer noch, warum immer mehr Menschen an Neurodermitis leiden. Die sogenannte Hygiene-Hypothese geht beispielsweise davon aus, dass zu viel Sauberkeit und zu wenig Keime krank machen und das Entstehen von Autoimmunerkrankungen und Allergien fördern. Die auf den ersten Blick paradox wirkende Theorie besagt, dass das unterforderte körpereigene Immunsystem in Ermangelung an echten „Angreifern“ Allergien und Unverträglichkeiten auf harmlose Substanzen wie Hausstaubmilben, Pollen oder Nahrungsbestandteile entwickelt. Die Vertreter dieser Theorie gehen davon aus, dass der Körper durch den Kontakt mit Dreck und Keimen lernt, mit einer angemessenen Reaktion auf ungefährliche, beziehungsweise gefährliche Stoffe zu reagieren. Studien belegen beispielsweise, dass Kinder, die eine bestimmte Wurminfektion hinter sich hatten, nur sehr selten am atopischen Ekzem erkranken. Durch die Infektion erhöht sich bei ihnen der Immunglobulin-E-Wert (IgE) im Blut, der übrigens auch bei Neurodermitis erhöht ist.

Eine neuere Studie widerspricht der Hygiene-Hypothese. In ihr zeigen Wissenschaftler auf, dass bei Kleinkindern das Risiko, an Neurodermitis zu erkranken, steigt, je mehr Infektionen sie im Kindesalter hatten. Infektionen wie Durchfall, Mittelohrentzündung oder Erkältung erhöhen das Neurodermitis-Risiko sogar um 8 Prozent. Für die Hygiene-Hypothese spricht, dass Kinder, die ältere Geschwister haben, auf einem Bauernhof aufwachsen oder mit Haustieren leben, durchschnittlich seltener an Neurodermitis erkranken.

Ausgelöst werden kann ein akuter Neurodermitis-Schub auf alle Fälle individuell durch ganz unterschiedliche Provokationsfaktoren (auch Trigger = Auslöser). Beispielsweise verschlechtern fliegende Gräserpollen das Krankheitsbild bei Neurodermitis laut einer aktuellen Studie*1 deutlich. Deshalb sollten Neurodermitis-Patienten bei den ersten Symptomen zum Arzt gehen und die Erkrankung so schnell wie möglich professionell behandeln lassen.

Was sind die häufigsten Ursachen für einen Neurodermitis-Schub?

Zu den häufigsten Ursachen, die zu einem Neurodermitis-Schub führen können zählen:

Ursachen für einen Neurodermitis-Schub:
  • Reizung der Haut durch bestimmte Textilien wie grobe Wolle oder synthetische Kleidung
  • Reizung der Haut durch Schweiß
  • Hautreizung durch Hautpflegeprodukte, Parfüm, Waschpulver, falsche Hautreinigung
  • Ebenfalls gereizt wird die Haut bei bestimmten Berufen bzw. Tätigkeiten wie Friseur, Raumpfleger, Krankenpfleger, Maler
  • Reizung durch verschiedene Allergene, z. B. Pollen, Hausstaubmilben, Mikroben, Tierhaare
  • Reizung durch Umweltgifte, z. B. Zigarettenrauch, Abgase
  • Mikrobielle Infektionen
  • Nahrungsmittelallergene, Allergie gegen Zusatzstoffe in Lebensmitteln
  • Hormone während der Schwangerschaft, Menstruation
  • Klimatische Faktoren: extreme Trockenheit, Kälte, Schwüle, Hitze
  • Stress, psychische Belastung kann die Symptome verstärken
 
 
Neurodermitis-Schub
TIPP
Neurodermitis Schübe lassen sich durch eine geeignete Basistherapie hinauszögern. Hierfür eignen sich Produkte mit einer Kombination aus Harnstoff und dem Wirkstoff Polidocanol (z.B. Optiderm). Harnstoff pflegt die Haut und spendet Feuchtigkeit. Polidocanol wirkt wie ein Lokalanästetikum und lindert effektiv den Juckreiz. Durch regelmäßige Pflege der Haut können Schübe hinausgezögert werden.

 

Neurodermitis ist eine physische und psychische Belastung.

 

Neurodermitis – Behandlung

Viele Betroffene fragen sich:
„Was hilft bei Neurodermitis und welche Neurodermitis-Creme ist die richtige?“.

Zunächst ist es wichtig, dass Betroffene die Faktoren, die bei ihnen einen Neurodermitis-Schub auslösen, konsequent reduzieren und ihnen wenn möglich ganz aus dem Weg gehen. Das ist einfacher gesagt als getan und Betroffene brauchen oft viel Geduld und Zeit, um ihren individuellen Triggern auf die Spur zu kommen. Viele kommen mit Hilfe eines Neurodermitis-Tagebuchs ihren individuellen Auslösern auf die Spur. Eine weitere Handhabe zur Behandlung von Neurodermitis ist die symptomorientierte Basistherapie und die antiinflammatorische (= entzündungshemmende) Therapie. Diese Therapien müssen je nach Alter, Stadium und betroffener Körperregion individuell zusammengestellt werden.

Neurodermitis – Stadien

Es werden drei Stadien bei der Neurodermitis-Behandlung unterschieden:

1. Akutes Stadium
Das akute Stadium kann Tage bis Monate andauern. In dieser Zeit bilden sich neue Ekzeme. Diese sorgen für eine Verschlechterung zurückliegender Hautschäden. Die Haut ist entzündet, juckt und ist auffällig für Infektionen.
2. Subakutes Stadium
Gehen die Entzündungen nicht zurück, sprechen Ärzte vom subakuten Stadium. Dieses kann einige Monate andauern. In diesem Stadium ist die Haut gerötet, beginnt sich zu schuppen und es können kleine Knötchen entstehen.
3. Chronisches Stadium
Das chronische Stadium kann über Jahre andauern. Es können gleichzeitig verschiedene Veränderungen der Haut auftreten. Sie kann dicker werden und verhornen, es bilden sich vermehrt Schuppen und es entstehen womöglich tiefe Risse. Auch die Hautfarbe kann sich ändern: Eine Depigmentierung macht sie blasser, eine Hyperpigmentierung macht sie dunkler.

Neurodermitis: Der Vier-Stufen-Therapieplan

Für eine erfolgreiche Neurodermitis-Behandlung wurde von Fachärzten ein Vier-Stufen-Therapieplan entwickelt. Je nach Krankheitsstadium und Symptomen werden die Therapiemaßnahmen einer bestimmten Stufe empfohlen.

Stufe 1

Haut-Erscheinungsbild: trockene Haut

  • topische Basistherapie (Neurodermitis-Pflegecremes oder Neurodermitis-Salben mit Urea, Glycerin und bei starkem Juckreiz Polidocanol)
  • Vermeidung der Triggerfaktoren
Stufe 2

Haut-Erscheinungsbild: leichte Ekzeme

  • Maßnahmen Stufe 1
  • schwache topische Glukokortikosteroide (=entzündungshemmend)
  • und/oder topische Calcineurininhibitoren (=entzündungshemmend und immunsuppressiv)
Stufe 3

Haut-Erscheinungsbild: moderate Ekzeme

  • Maßnahmen Stufe 1 und 2
  • stärker wirksame topische Glukokortikosteroide
  • und/oder topische Calcineurininhibitoren
Stufe 4

Haut-Erscheinungsbild: schwer ausgeprägte, andauernde Ekzeme

  • Maßnahmen Stufe 1 und 2, je nach Befund auch3
  • systemisch immunmodulierende Therapie (z.B. Cyclosporin A)

Neurodermitis-Cremes für die Basistherapie

Bei Neurodermitis gilt: „Vorbeugen und pflegen, so lange es geht, behandeln erst, wenn man muss“. Zur Basistherapie zählen äußerlich anwendbare (= topische) Therapeutika wie Neurodermitis-Cremes oder Neurodermitis-Salben und systemisch wirksame Medikamente. Mit den richtigen Hautpflegeprodukten kann der Juckreiz gestillt und Rötungen und Trockenheit gelindert werden. Bei längerer Anwendung ein und derselben Salbe gegen Neurodermitis ist es möglich, dass sich deren Wirkung „abnutzt“. Es ist deshalb sinnvoll, je nach Hautzustand verschiedene Pflegeprodukte zu Hause greifbar zu haben. In schweren Fällen wird eine ambulante, teilstationäre oder sogar vollstationäre Behandlung empfohlen. Neurodermitis-Schulungen unterstützen Eltern und betroffene Kinder im Umgang mit der Hautkrankheit.

Zur täglichen Hautpflege gut geeignet sind folgende Produkte:

Pflegeempfehlung

  • Trockene, schuppige, verhornte Haut/Juckreiz:
    fetthaltige Neurodermitis-Cremes und fetthaltige Neurodermitis-Salben, harnstoffhaltige Cremes (Urea) (mit Harnstoff und Glycerin, außer bei Säuglingen und Kindern bis 6 Jahre, da Urea bei Kindern unangenehm brennen kann), medizinische Ölbäder

    Mehr zur Behandlung mit Salben und Cremes

  • Weniger trockene Haut:
    weniger fetthaltige, hydratisierende Öl-in-Wasser-Emulsionen, Neurodermitis-Lotionen, Neurodermitis-Milch
  • Nässende Haut:
    Öl-in-Wasser-Emulsionen
  • Akute Entzündung:
    kortisonhaltige Neurodermitis-Cremes (nicht zur längeren Anwendung geeignet), gerbstoffhaltige Cremes (ohne Kortison) bei trockener Haut, Umschläge und Wickel mit synthetischem Gerbstoff bei nässendem Hautzustand, Medikamente
Neurodermitis-Pflege-Empfehlung
Die richtige Basispflege kann dabei helfen, den Abstand zwischen Neurodermitis-Schüben zu vergrößern.

 

Gemäß der aktuellen Therapie-Leitlinie sollten steinkohlenteerhaltige Präparate nur noch in Ausnahmefällen zur Anwendung kommen. Auch synthetische Gerbstoffe und Polidocanol werden zur begleitend zur Juckreizstillung empfohlen.

Welche Pflegeprodukte sind wann sinnvoll?

Wenn Sie oder Ihr Kind Neurodermitiker sind, sollten Sie die Haut auch ohne Anzeichen einer Entzündung immer sorgsam pflegen. Tragen Sie die passende Creme am besten direkt nach dem Duschen mit seifenfreien, rückfettenden Pflegeprodukten auf.

Tipps zur Pflege- und Basistherpie für Neurodermitiker finden Sie in unserer Übersicht:
Therapeutika zur phasengerechten Behandlung bei Neurodermitis

 

Alternative Behandlungs-Möglichkeiten bei Neurodermitis

 

Homöopathie und Hausmittel bei Neurodermitis

Bei der Behandlung von Neurodermitis und damit verbundenen Allergien probieren viele Betroffene homöopathische Mittel wie Schüßler-Salze, Globuli und Hausmittel wie feuchte Umschläge oder Nachtkerzenöl aus. Bei vielen dieser alternativen Mittel ist die Wirkung nicht wissenschaftlich belegt. Sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt und Heilpraktiker, wenn Sie homöopathische Heilmittel und Omas Hausmittel bei Neurodermitis ausprobieren möchten, um eine etwaige Verschlimmerung der Symptome zu vermeiden. Folgen Sie einfach den Links, wenn Sie mehr zu alternativen Behandlungsmethoden erfahren möchten.

 

Richtige Ernährung ist wichtig bei Neurodermitis.

 

Neurodermitis – Ernährung

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist auch bei Neurodermitis wichtig. So erhält der Körper alle Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe, die er braucht. Generell gibt es keine spezielle Neurodermitis-Diät. Selbstverständlich sollten dabei individuelle Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten berücksichtigt werden. Sogenannte Suchdiäten können helfen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten abzuklären.

Schreiben Sie sich auf, wenn sich nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel vermehrt Ekzeme bilden und sich Symptome verschlechtern. Verzichten Sie probehalber auf die Nahrungsmittel und sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Erfahrungen.

Die häufigsten Nahrungsmittel, die nicht gut vertragen werden sind:

 

Hühnerei Neurodermitis

Hühnerei

Neurodermitis Kuhmilch

Kuhmilch

Neurodermitis Fisch

Fisch

Neurodermitis Nüsse

Nüsse

Auf folgende Lebensmittel sollten Neurodermitiker eher verzichten bzw. deren Konsum einschränken, da sie die Haut weiter reizen können:

 

Neurodermitis Citrusfrüchte

Zitrusfrüchte
(Zitronen, Orangen)

Neurodermitis scharfe Gewürze

Scharfe Gewürze
(Chili, Pfeffer)

Neurodermitis Alkohol

Alkohol

 

Tipps für den Alltag bei Neurodermitis

 

Weiterführende Informationen

Neurodermitis bei Babys

Neurodermitis bei Babys
23 Prozent der Kleinkinder werden in Deutschland wegen Neurodermitis behandelt. Ersten Symptome zeigen sich meist als Milchschorf.

mehr erfahren

Neurodermitis bei Kindern

Neurodermitis bei Kindern
Neurodermitis bei Kindern hat sich in den letzten Jahrzehnten verdreifacht. Das atopische Ekzem manifestiert sich meist schon in früher Kindheit.

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Cremes gegen Neurodermitis


Neurodermitis-Cremes gehören zur sog. Basistherapie der Neurodermitis. Die Wahl einer geeigneten Creme hängt vom Stadium ab.

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Quellen:

 


 

Optiderm®, Optiderm® Lotion, Optiderm® Fettcreme
Wirkstoffe: Harnstoff, Polidocanol Anwendungsgebiete: Zur Feuchtigkeitsregulierung der Hornschicht, Fettung und Juckreizstillung, als unterstützende Behandlung bei Hauterkrankungen mit trockener und/oder juckender Haut, wie z.B. atopisches Ekzem (Neurodermitis), Exsikkationsekzem (Austrocknungsschäden durch Waschmittel etc.), sowie zur Weiter- und Nachbehandlung der genannten Hauterkrankungen. Warnhinweise: Optiderm Fettcreme: Cetylalkohol kann lokale Hautreaktionen (z.B. Kontaktdermatitis) hervorrufen. Stand der Information: Juli 2015

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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